Warschauer Symphonie-Orchester

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Klassiksommer 2019

Donnerstag, 11. Juli 2019

Vielfältige musikalische Farbbildung mit Violine und Akkordeon
Duo Karolina Mikolajczyk (Violine) und Iwo Jedynecki (Akkordeon)
GüKa Am heutigen Donnerstag gibt das Duo Karolina Mikolajczyk und Iwo Jedynecki bereits
zum zweiten Mal ein Konzert auf Norderney. Es zählt zu den interessantesten Kammerensembles
der jungen Generation. Die beiden haben Grand Prix und 1. Preise bei internationalen
Musikwettbewerben in Frankreich, Italien, Österreich, Kroatien und Polen gewonnen.
Karolina Mikolajczyk u. Iwo Jedynecki
Riesige Erfolge erzielten sie mit ihren Auftritten u.a. in der New Yorker Carnegie Hall und in der
Warschauer Philharmonie. Ihre Darbietungen werden als perfekt und ausgereift beschrieben, aber
dennoch leuchtend und voller jugendlicher Vitalität. Viele Stücke erhalten Dank Iwo Jedynecki’s
Akkordeon-Transkriptionen neue Interpretation und Originaltöne. Beide Künstler wagen sich mutig
an renommierte Werke der Kammermusik-Literatur, verleihen ihnen neue Qualtität und herrlich
vielfältige Farbgebung. Ihr Video mit Mozart-Sonaten wurde im Internet bereits über 1 Million Mal
angeklickt. Das Ensemble ist darüber hinaus bestrebt, zeitgenössische Musik aufzuführen und
arbeitet mit führenden polnischen Komponisten zusammen, die ihre Werke dem Duo widmen.
2018 haben sie bereits zusammen mit dem Warschauer Symphonie-Orchester das Publikum
begeistert. Ihr Debüt fand im Mai 2017 vor ausverkauftem Haus in der National-Philharmonie
Warschau statt. Es folgte u.a. 2018 eine Konzertreise durch China. Der polnische Komponist
Marcin Blazewicz schrieb sein erstes Doppelkonzert für Violine, Akkordeon und Sinfonieorchester
und widmete dieses Werk den beiden Musikern, die es dann zur Aufführung brachten. Das breite
Repertoire des Duos reicht von Barock bis zu zeitgenössischer Musik. 2016 erschien ihr Debüt-
Album „Premiere“ als CD im Rahmen der Opus-Series, die sich der zeitgenössischen Musik
widmet. Das Album enthält Stücke für Violine und Akkordeon, die zwischen 1952 und 2015 von
drei Komponisten-Generationen geschrieben wurden. Die meisten der Stücke erschienen zum
ersten Mal auf Tonträger. Karolina Mikolajczyk spielt eine Violine von Duke London von 1776. Sie
ist die Tochter eines Musiker-Ehepaares vom Warschauer Symphonie-Orchester und wurde am 2.
Mai 1993 in Warschau geboren. Bereits als Kind hat sie die Insel lieben gelernt. Mit 7 Jahren
begann sie ihre musikalische Ausbildung bei der Konzertmeisterin der Warschauer Oper Teatr
Wielki, Maria Brylanka. Weiter führte ihr Weg als Schülerin der Zenon Brzewski Musikhochschule
der Frederic Chopin Musikuniversität bei Prof. A. Gebsi und Prof. J. Smolarski. Mit 8 Jahren
gewann sie 2001 den ersten Preis beim polnischen Violinwettbewerb. Mit 10 Jahren debütierte sie
als Solistin mit Orchester. Karolina Mikolajczyk war Stipendiatin der nationalen Fundation für
besonders begabte Kinder in Polen. Von 2007 bis 2009 hatte sie ein Stipendium für „Springtime“
in Goch (Deutschland). Nachdem sie im Mai 2011 den 1. Preis im National Lutoslawski
Wettbewerb errang, gab sie im August des gleichen Jahres zusammen mit Weronika Tadzik zwei
Konzerte von Johann Sebastian Bach und Igor Alexandrowitsch Frolev auf Norderney. Auch Iwo
Jedinecki, Jahrgang 1991, hat durch sein Können bei den Auftritten auf der Insel viele neue Fans
bekommen. 2016 präsentierte er sich mit einem Part bei der „Norderneyer Classic Night“ und
erntete riesigen Applaus. Auch er war ein Absolvent der Frederiyk Chopin Universität für Musik in
der Akkordeonklasse von Prof. Jerzy Lakasiewicz und Prof. Rafal Grzaki. 2014 bekam er einen
halbjährigen Studienplatz im Rahmen des Erasmus-Programms am Conservatorium Superior de
Musica de Aragon (Zaragoza/Spanien) in der Klasse des herausragenden spanischen
Akkordeonisten Inakiego Alberdiego. Er belegte Meisterkurse bei zahlreichen Professoren und
erhielt 2014 für seine künstlerische Tätigkeit das renommierte „Young Poland“-Stipendium des
Ministers für Kultur und nationales Erbe, das an herausragende junge Künstler vergeben wird. Iwo
Jedinecki ist der einzige der vielversprechendsten Akkordeonisten der jungen Generation in
Polen. Im Rahmen des diesjährigen 222jährigen Jubiläums wird das Duo Karolina Mikolajczyk
und Iwo Jedynecki u.a. Werke von Georg Friedrich Händel - Jule Massenet - Bela Bartok - Astor
Pizolla - Wolfgang Amadeus Mozart - Maurice Ravel und George Gershwin spielen.

20 Uhr im Weißen Saal des Conversationshauses.

Kartenvorverkauf im Conversationshaus / Eintritt 17,97 € (Vorverkauf) Abendkasse 22,20 €

Konzert zum Jubiläum 222 Jahre Nordseeheilbad Norderney

Freitag, 27. Juli 2019

Eröffnungskonzert „Swing, swing, swing“

GüKa Das Warschauer Symphonie-Orchester mit seinen Dirigenten Tadeusz Wicherek und
Maciej Koczur eröffnet die 40. Konzertsaison mit dem Konzert „Swing,swing,swing“ um 20 Uhr im
Kurtheater. Im Mittelpunkt des Abends stehen die Show-Legenden Marilyn Monroe und Frank
Sinatra. Sie werden von den polnischen Solisten Sylwia Przetak und Jaroslaw Kozielski
eindrucksvoll gesanglich interpretiert. Sylwia Przetak wurde 1991 in Stazow geboren. Ihre
stimmlichen Fähigkeiten entwickelte sie im Metro Art Studio, dann am N.O.R.A. - Theater und an
der Fakultät für Bühnengesang der staatlichen Musikhochschule Frederyk Chopin in Warschau.
       Sylwia  Przetak    Jaroslaw Kozielski3

Sie ist Preisträgerin vieler Musikfestvals und darüber hinaus Teilnehmerin der Musikprogramme
des TV P2 „Clash of the Choirs“. In ihrer Gesangskarriere arbeitete sie mit symphonischen
Orchestern in Zamosc und Olsztyn zusammen. In dem Film „Das Land des Eises“ sang sie den
Song „Covero“, der in allen Sprachversionen erstellt wurde. Sie wird am heutigen Abend mit
einigen Marylin-Monroe-Songs dem Publikum ihre Aufwartung machen. Ebenfalls konnte mit dem
polnischen Schauspieler und Sänger Jaroslaw Kozielski ein Interpret für die Frank-Sinatra-Songs
verpflichtet werden. Jaroslaw Kozielski war Absolvent des „London College of Music“ in der
Abteilung Schauspiel des Musiktheaters. Er spielte am Rampa-Theater in Warschau, der Danziger
Philharmonie, der Musik-Akademie Krakau und der Lawrence Hall London. Es gab bereits Auftritte
mit dem Orchester Opole Philharmonic, dem Symphoniy Orchestra in Zamosc und der Warmian-
Masurian Philharmonic in Polen. Zahlreiche Auftritte der „Tour Broadway in Polen“ konnte er
erfolgreich hinter sich lassen. Seit 2017 gibt es die landesweite Tour „Journey Musicals“, an dem
er mitwirken konnte. Seine Stimme ist außerdem in vielen Fernsehproduktionen, Werbespots,
Gedichtaufnahmen und Hörbüchern zu hören. Im Bühnenprogramm präsentiert sich der Sänger
und Schauspieler mit einem klassischen Unterhaltungsprogramm. Mit „Schwung“, so die
Bezeichnung des Swing, wird der Eröffnungsabend der Warschauer Musiker nicht nur an die 30er,
40er,50er Jahre, sondern auch an viele berühmte Filme der vergangenen Zeiten erinnern. Doch
auch Klänge von Benny Goodman, Glen Miller Duke Ellington und Count Basie füllen das
Programm. Wer kennt sie nicht, die Filme:“Manche mögens heiß“, „Blondinen bevorzugt“ oder
„Machen wir’s in Liebe“ und „Korea“ (One minute to zero). Lassen Sie sich im Sessel des
Kurtheaters von der schwungvollen Swing-Musik verzaubern und vergessen Sie den grauen
Alltag.

Eintrittskarten gegen Vorlage der NC-Card zum Preis von 22,20 €. An der Abendkasse 25,00 €.
Ohne Vorlage der NC-Card kommen 4,—€ Aufschlag hinzu.


Klassiksommer 2019 / 222 Jahre „Meine Insel Norderney“
Mittwoch, 31. Juli 2019

1. Symphoniekonzert mit seidenfeinen und exotisch wirkenden Tönen und mit einem Paukenschlag
GüKa Das erste Symphoniekonzert findet in diesem Jahr am Mittwoch, 31. Juli um 20 Uhr im
großen Saal des Conversationshauses statt.
Auf dem Programm stehen Werke von Gluck - Faure
-Bizet/Borne und im Mittelpunkt die Haydn Sinfonie Nr. 94 G-dur „Paukenschlag“. Für dieses
Konzert mit dem Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von Tadeusz Wicherek konnte
Wang, Xueqing1als Solistin , wie bereits 2018, Xueqing Wang gewonnen werden.
Geboren 1989 in Peking, gewann sie mit 16 Jahren den
1. Preis im Sinfonie-Wettbewerb des „International Youth and
Music Festivals“. Sie beschäftigt sich neben der modernen Flöte
auch mit der Traversflöte (alter Begriff des 17 Jh. für die Querflöte).
Seit 2016 ist sie Stipendiatin der „Werner-Richard-Dr. Carl-
Dörken-Stiftung“. Sie beherrscht ihr Instrument in Perfektion, und
ihr Spiel spinnt seidenfeine Töne, die exotisch und sinnlich
 wirken. Die Bühnenpräsenz der charmanten Chinesin wirkt fesseld
auf die Besucher. Sie wird im ersten Teil des Abends Werke von
 Gluck - Faure und Bizet/Borne spielen. Am Anfang steht
die Ballettszene und „Der Reigen seliger Geister“ aus der Oper

„Orpheus und Eurydike“ von Christoph Willibald Gluck (1714-1787). Gluck galt als der große
Reformator der Oper des 18. Jh. Bis 1765 komponierte er Opern, in denen er die starren Regeln
der italienischen Opera seria streng befolgte, doch mit seiner Oper „Orpheus und Eurydike“ ging
er gänzlich neue Wege und setzte sich über die Konventionen der barocken Oper hinweg. Die
Uraufführung fand 1772 in Wien statt, während die französische Fassung erst 1774 in Paris
aufgeführt wurde. Im zweiten Stück, der „Pavane op.50 von Gabriel Faure (1845-1924) besticht
die Musik durch Poesie, Noblesse und Esprit. Faure hat sich während seines Studiums in Paris,
u.a. bei Camille Saint-Saens, intensiv mit der alten Musik beschäftigt. Gleichzeitig hatte er großes
Interesse für Beethoven-, Schumann-,Wagner- und Liszt-Werken, die er mit vielfältigen
Eindrücken verarbeitete, ohne sich davon beherrschen zu lassen. In der romantischen „Pavane
op. 50“ kommt emotionale Ausdruckskraft zum Vorschein, die zu einer Bearbeitung des
ursprünglich 1887 für Orchester und Chor geschrieben wurde. Nicht nur für Orgel und Trompete,
sondern auch für Trompete ein musikalischer Genuss, der heute durch Flötenspiel aufgeführt wird.
Im zweiten Stück von Faure wird die „Sicilienne“ gespielt. Es ist die Komposition eines
impressionistischen Musikstückes von 1893. Im Werksverzeichnis trägt es die Opuszahl 78. Faure
komponierte diese Schauspielmusik für Maurice Maeterlincks „Pelleas et Melisande“. 1898
bearbeitete er das Stück kammermusikalisch für Klavier und Violoncello. Darüber entstanden
zahlreiche weitere Transkriptionen und Bearbeitungen. Die „Sicilienne“ ist bis heute ein beliebtes
und oft gespieltes Vortragswerk und wurde vom Komponisten 1898 als dritter Satz für seine Siute
„Pelleas et Melisande, op. 80“ verwand, wobei die Querflöte ein melodietragendes Instrument ist.
Mit der „Carmen Fantasie Brilliante“ nach der Bizet Oper „Carmen“ hat der französische
Komponist Francoise Borne (1840-1920) einen Streifzug der schönsten Carmen-Themen
musikalisch verarbeitet. Borne selbst studierte 1873 privat Flöte bei Jean Louis Tulou und am
Konservatorium Toulouse. 1875 wurde die Oper „Carmen“ in Paris uraufgeführt. Der internationale
Erfolg begann wenige Monate nach Uraufführung im Oktober 1875 in Wien. Bizet konnte diesen
nicht mehr miterleben, denn er verstarb am 3. Juni mit 36 Jahren. Die Solistin Xueqing Wang
fasziniert mit ihrem perfekten Flötenspiel und ist im Klassiksommer der Insel nicht mehr
wegzudenken. Im letztenTeil des Abends wird das Warschauer Symphonie-Orchester unter
Leitung von Tadeusz Wicherek die „Sinfonie Nr. 94 G-dur“ zur Aufführung bringen. Das
Meisterwerk des Komponisten Joseph Haydn (1732-1809) wird auch als die „Sinfonie mit dem
Paukenschlag“ bezeichnet. Der Beiname dieser wohl beliebtesten Haydn-Sinfonie beruht auf
einem Scherz, denn der Komponist ließ im zweiten Satz, nachdem die Themen piano und
pianissimo vorübergezogen waren, unvermittelt einen kräftigen Paukenschlag ertönen. Damit
sollten die Konzertgänger aus ihrem Schläfchen geholt und zum besseren Zuhören ermuntert
werden. Haydn komponierte das Werk im Rahmen der ersten Londoner Reise 1791. Uraufgeführt
wurde es am 23. März 1792 und trägt auch die Bezeichnung „Surprise“ (Überraschung), was mit
dem Fortissimoschlag im zweiten Satz gegeben ist. Allerdings ist er insofern „etwas unpräzise“,
da sich neben den Pauken auch alle anderen Instrumente an dem entsprechendem Schlag
beteiligen. Haydn wurde einst im Scherz gefragt: …ob es wahr wäre, dass er das Andante mit
dem Paukenschlag komponiert habe, um die im Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken?
„Nein“, so seine Antwort, „sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues
zu überraschen und auf eine brilliante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel,
meinem Schüler, ablaufen zu lassen, der zur nämlichen Zeit bey einem Orchester in London
angestellt war und dessen Konzerte vor den meinigen eröffnet wurden“.

Klassiksommer 2019 / 222 Jahre „Meine Insel Norderney

Sonntag, 04. August 2019
Kinder & Familienkonzert „Der gestiefelte Kater“

GüKa Seit vielen Jahren veranstaltet die Staatsbad Norderney GmbH Kinderkonzerte. Ziel ist es,
Kinder schon früh an die klassische Musik zu führen. Am morgigen Sonntag wird im großen Saal
des Conversationshauses um 15 Uhr „Der gestiefelte Kater“ nach dem Kinder- und Hausmärchen
der Brüder Grimm mit dem Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von Tadeusz
Wicherek und Martin Pape als Erzähler aufgeführt. Das Werk des polnischen Komponisten
Martin PapeMariusz Matuszewski ist eine „Sinfonische Dichtung“ mit Text.
Den Part des Erzählers übernimmt der Rektor der Norderneyer Grundschule,
Martin Pape. Er las bereits vor ein paar Jahren im „Festlichen Sonntagvor-
mittagskonzert“ das Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“. Beide
Märchen wurden von Mariusz Matuszewski vertont. Geboren wurde
Martin Pape 1966 in Northeim, wo er auch zur Schule ging. Anschließend ließ
er sich zum Feinmechaniker ausbilden. Sein Lehrerstudium absolvierte er in
Hannover. Danach bekam er ein Lehramt in Wilhelmshaven, Bremen, Norderney,
Nörten-Hardenberg und wieder auf Norderney. Den größten Teil seiner
Freizeit spielt Martin Pape Musik. „Allerdings“, sagt er, „Ich bin froh, dass
ich davon nicht leben muß, so kann ich dabei immer Spaß haben“.
Im Orchester mit Tadeusz Wicherek spielt er aushilfsweise Trompete und
Tuba. Auf die Lesung des gestiefelten Katers freut er sich ganz besonders,
denn die „Sinfonische Dichtung“ ist in Deutschland weniger bekannt. Das Märchen
der Brüder Grimm stand nur in der 1. Auflage von 1812. Erst in der 5. Auflage fand es durch die
moderne Veröffentlichung von Heinz Rölleke erneut Berücksichtigung. Laut Notiz von Wilhelm
Grimm hat er die Geschichte vom gestiefelten Kater von Jeanette Hasenpflug, einer Tochter der
französischsprachigen Hugenottenfamilie, übermittelt bekommen. Bereits im 18. Jh. waren
deutsche Übersetzungen Perraults erschienen. Wilhelm Grimm bearbeitete den Text vor und auch
nach dem Druck weiter. Im Laufe der Zeit erscheint die Geschichte des „Gestiefelten Katers“ als
ein schwankhafte Volkserzählung. Es gab im Laufe der Zeit viele volkstümlich klingende Versionen
und Theaterstücke. Der Komponist Mariusz Matuszewski wurde einmal im Interview gefragt:
welche Art von Musik ist Ihnen am liebsten?“ Seine Antwort: “Von der Vokal- zur symphonischen
Musik. Ich schreibe eine Menge Songs, die zur Zeit ausgegeben werden und sehr beliebt sind“.
Inzwischen sind viele Adaptionen des Märchens für Oper, Film und Theater veröffentlicht worden.
1972 und 2002 führte das Norderneyer Laientheater e.V. das Märchen erfolgreich auf. Mit dieser
Norderney-Premiere erwarten nicht nur geübte Konzertgänger ein musikalisches Vergnügen,
sondern auch die, die es noch werden möchten.
Für Kinder bis zum 5. Lebensjahr ist der Eintritt frei. Erwachsene zahlen bei Vorlage der
Norderney-Card 6 €. Ohne NC-Card werden 4 € Augschlag berechnet.

Klassiksommer 2019 / 222 Jahre „Meine Insel Norderney“

Mittwoch, 7. August 2019
2. Symphonie-Konzert
Selten gespieltes Klavierkonzert zum Gedenken 200. Geburtstag Clara Schumann-Wieck

GüKa Das zweite Symphoniekonzert am heutigen Mittwoch um 20 Uhr steht im Zeichen von
Robert und Clara Schumann, die sich 1846 über vier Wochen auf Norderney erholten. Dieser
Aufenthalt wurde in den Biografien des Komponisten Robert Schumann nur am Rande erwähnt.
Danach reisten sie im Juli von Dresden über Leipzig und Hamburg nach Bremen, um dort an Bord
eines Dampfer zu gehen, der sie über Bremerhaven und Wangerooge nach Norderney brachte.
Wenige Tage vor ihrer Abreise spielte Clara Schumann aus Dankbarkeit für den schönen
Inselaufenthalt am 18. August 1846 im Saal des Conversationshauses ein Konzert im kleinen
Zirkel, bei dem auch der Kronprinz von Hannover zugegen war. Weiter ist in den Aufzeichnungen
zu lesen, dass der Name Wedermann große Bedeutung hatte. Einleitend für den symphonischen
Abend spielt das Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von Maciej Kozcur die Overtüre
„Julius Caesar op. 128“ von Robert Schumann (1810-1856). Die Komposition schrieb Schumann
1851, nach dem er inspiriert war vom gleichnamigen Shakepeare-Stück und auch die Egmontund
Coriolan-Overtüren von Beethoven ihn beeinflussten. In seiner Skizze für das Werk schrieb er
auf der ersten Notenzeile, was er als die zentralen „Handlungspunkte des Stückes“ ansah:
„Caesar / Leben in Rom - Brutus / Verschwörung - Calpurnia / die Ideen / Tod - Philippi /
OInna Firsovaktavians Rache - Sieg über Brutus…“. Für das zweite Stück des Abends konnte die Pianistin
Inna Firsova verpflichtet werden. Sie wurde 1988 in Russland geboren und
egann mit 8 Jahren ihre Ausbildung in der Klavierklasse von Svetlana Kotzhova
in Pervomaisk / Ukraine. Mit 12 Jahren gewann sie den 2. Preis beim internationalen
Wettbewerb junger Pianisten „Vivat musical“ in Nova Kahovka. 2003 kam sie nach
ihrem Abitur an die hamburger Hochschule für Musik und Theater zu Prof. Grigory
 Gruzman und erhielt ein Stipendium der Oscar- und Vera-Ritter-Stiftung.
Weiter setzte sie das Studium fort, ebenfalls bei Prof. Grunzman, am Musik-
gymnasium Schloß Belvedere in Weimar. In dieser Zeit erreichte sie zwei erste
Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Es folgten Klavierstudien an der
Folkwang Universität der Künste in Essen bei Prof. Arnulf von Arnim, die sie 2013
mit dem Bachelor of Music abschloß. 2016 folgte die „Master Professional Performence“
in der Meisterklasse von Prof. Henri Sigfridsson. Mit Aleksey Semenenko, Violine,
bildet Inna Firsova ein festes Duo. Sie konzertierte u.a. in der Berliner Philharmonie,
bei Festvals in Usedom, Mecklenburg-Vorpommern, Finnland und Cervo/Italien.
Das Duo unternimmt jährlich Tourneen durch die USA. Mit dem „Klavierkonzert in a-moll op.7“ von Clara
Schumann (1819-1896) gedenkt die Staatsbad GmbH Norderney ihrem 200.
Geburtstag, der am 13. September gefeiert wird. Als Clara Josephine Wieck wurde sie 1819 in
Leipzig geboren. 1840 heiratete sie Robert Schumann, obwohl sie ihn schon 1828 kennenlernte.
Sie war ein bedeutende Pianistin, Komponistin, Klavierprofessorin und Editorin. Das A-moll
Konzert komponierte sie bereits mit 16 Jahren. Es ist das einzige erhaltene orchestrierte Werk von
Clara Schumann-Wieck. Die Komposition ist gespickt mit technischen Schwierigkeiten. Im
Mittelsatz ist eine Liebeserklärung zu hören. Das Werk wurde im Gewandhaus Leipzig
uraufgeführt. Das Gewandhausorchester unter Felix Mendelssohn-Bartholdy begleitete die junge
Pianistin. Das Konzert strotzt vor Selbstbewusstsein, hat Kraft und Energie, selbst die technischen
Ansprüche und romantischen Gefühle sind zu spüren. Die Liebesbotschaft im zweiten Satz galt
nicht ihrem späteren Ehemann, sondern dem 18 Jahre älteren Cellisten August Theodor Müller. Im
2. Teil des Abends wird die „8. Symphonie h-moll, op. Posth. D. 759“ von Franz Schubert
(1797-1828) aufgeführt. Sie entstand 1822 und ging als „Unvollendete“ in die Geschichte ein. Kein
anderes Werk der symphonischen Literatur erfreut sich einer solch beispiellosen Beliebtheit und
Volkstümlichkeit. Die Bezeichnung „Unvollendete“ erhielt das Werk, weil es nur aus 2 Sätzen
besteht. Zwar liegen Skizzen zu einem Scherzo vor, doch der Komponist hat diese nie wieder
aufgegriffen. Die Partitur-Reinschrift der ersten beiden Sätze wurde von Schubert beiseite gelegt,
ohne an die Fortsetzung zu denken. Das Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von
Maciej Kozcur wird dem Werk das nötige Klangbild geben.

Eintrittskarten gegen Vorlage der NC-Card zum Preis von 22,20 €.
An der Abendkasse 25,00 €. Ohne Vorlage der NC-Card kommen 4,—€ Aufschlag hinzu.

Klassiksommer 2019 / 222 Jahre „Meine Insel Norderney“

Sonntag, 11. August 2019
Wunderbare Welt der Operette

GüKa Am morgigen Sonntag veranstaltet die Staatsbad Norderney GmbH Norderney
auch in diesem Jahr eine Operetten-Gala um 20 Uhr im großen Saal des Conversationshauses.
Yvonne PrenkiZusammen mit den Solisten Yvonne Prentki (Sopran) und Ricardo Marinello (Tenor)
wird das Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von Tadeusz Wicherek
Publikum in die wunderbare Welt der Operette entführen. Sie gilt als das Seitenzweig
der Oper, denn in ihr sind u.a. die englische Balad of Opera, das deutsche Singspiel,
die französische komische Oper mit den prickelden Rhythmen und die Wiener Zauber-
posse enthalten. Wichtige Elemente, die zum Erfolg führen. Viele der Lieder wurden
wurden damals zu richtigen Gassenhauern und waren in aller Munde. Zu der Gala
wurden zwei erfolgreiche Interpreten verpflichtet. Zum einen kehrt nach längerer
Pause die Sopranistin Yvonne Prentki zurück. Die deutsche Sängerin mit polnischen
Wurzeln erhielt seit dem 7. Lebensjahr Klavierunterricht an der Musikhochschule in
Hilden. Mit 14 Jahren nahm sie Gesangsunterricht bei Anja Paulus. Sie studierte
Musiktheater und Gesangspädagogik an der „Hochschule für Musik, Theater und
Medien“ in Hannover bei Prof. Gudrun Melker. Neben dem Musiktheater gilt ihr
 Interesse dem Lied- und Konzertgesang. Sie ergänzte ihr Studium in der Liedklasse
von Justus Zeyen, und als Akademistin beim RIAS-Kammerchor sammelte sie wertvolle
Ensemble-Erfahrung auf höchstem Niveau. Darüber hinaus besuchte sie Meisterkurse u.a. bei Jana Sokorska-
Kwika, Kristina Laki, Roman Trekel und Helmut Deutsch. Im Rahmen ihres Studiums sammelte sie Erfahrungen
in Kinderopern-Produktionen u.a. am Opernloft Hamburg und am Theater in Osnabrück. 2014 debütierte sie
am Stadttheater Hildesheim als „Königin der Nacht“. Die Arie, die als eine der schwierigsten gilt, sang
Yvonne Prentki mit einer Leichtigkeit, wie beim Gala-Abend 2016 im Haus der Insel. Am Operhaus Dijon war
sie als Bubikopf in der Oper „Der Kaiser von Atlantis“ zu sehen. Yvonne Prentki ist Preisträgerin des Wettbe-
werbs „Jugend musiziert“ und gewann darüber hinaus 2013 beim „Internationalen Giulio-Perotti-Wettbewerb
in Ückermünde den 2. Preis in der Kategorie der Masterstudenten und zwei Sonderpreise. Sie ist im Opern-,
Operetten- und Musicalfach zu Hause. Ihr Partner des Abends wird der Tenor Ricardo Marinello sein.
Ricardo MarinelloEr wird mit dem Auftritt sein Norderney-Debüt geben.
Der deutsch-italienische Sänger wurde am 28. Dezember 1988 in Düssel-
dorf geboren. Bekannt wurde er mit dem Gewinn der ersten TV-Staffel
 „das Supertalent“, denn im Finale konnte er sich mit 40% gegen seine
Konkurrenten durchsetzen. Mit der RTL-Show überzeugte er nicht nur
die Jury, sondern auch die Millionen Zuschauer mit seinem einmaligen
Gesang. Danach ging es steil aufwärts mit seiner Karriere. Er wurde über
Nacht zu einem bekannten Sänger in Deutschland. 2007 veröffentlichte
er sein erstes Album „The Beginning“, das es in den Verkaufcharts auf
Platz 22 schaffte. Mit einem bunten Melodienstrauß wird die Operetten-
Gala zum Erlebnis. Wer kennt sie nicht, die schwungvollen und
rhythmischen ungarischen Melodien aus Kalmans „Gräfin Mariza“ oder
Lehar’s „Das Land des Lächelns“? Die am 10. Oktober 1929 im Berliner
 Metropol-Theater uraufgeführte Operette hat ein paar große Schlager,
die zu Gassenhauern wurden. Ein Abend ohne Johann Strauß-Melodien wäre undenkbar. So findet seine
Operette „Die Fledermauis“ Berücksichtigung. Sie wurde am 5. April 1874 im „Theater an der Wien“
uraufgeführt. Mit quellenden Melodien und Tanzliedern ist dieses Musikstück charakterisiert. Ebenfalls im
„Theater an der Wien“ fand am 12. November 1809 die Premiere der Lehar-Operette „Der Graf von
 Luxemburg“ statt. Sie erlangte insbesondere durch zwei Walzerlieder große Beliebtheit, denn „Bist du’s,
lachendes Glück“ und „Mädel klein, Mädel fein“ bescherten dem Werk riesigen Erfolg. Das „Theater an der
Wien“ war prädestiniert für Uraufführungen. So gab es dort am 24. Oktober 1885 erstmals das Stück „Der
Zigeunerbaron“. Mit dieser Operette, die eher einer komischen Oper gleicht, hat Strauß ein unerreichtes
Vorbild für die „ungarischen Operetten“ geschrieben. Zündende Melodien sind die Höhepunkte, wovon viele
an dem Abend zu Gehör gebracht werden.

Eintrittskarten gibt es gegen Vorlage der NC-Karte zum Preis von 22,20 €.
An der Abendkasse 25,— €.
Ohne Vorlage der NC-Karte kommen 4 € Aufschlag hinzu.

21. Norderneyer OLB-Classic Night / 222 Meine Insel Norderney

Freitag, 16. August 2019

GüKa Die „OLB -Classic Night“ wird am heutigen Freitag zum 21. Mal auf dem Kurplatz
veranstaltet. Sie hat inzwischen Kultstatus erreicht. Es treffen sich dann dort 3 -4 Tausend
Musikinteressierte, teils verkleidet und ausgerüstet mit Hüten, Kühltaschen, Decken und
Picknickkörben. Sie breiten sich auf dem Kurplatzrasen aus, um den Klängen des Warschauer
Symphonie-Orchesters unter Leitung von Tadeusz Wicherek und Maciej Koczur zu lauschen.

   ClassicNight1   ClassicNight

Dabei können sie an diesem Abend ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Es kann mitgesungen,
geschunkelt, gewippt und geklatscht werden, damit die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder
einmal zum Erlebnis wird. Wie sagte vor einigen Jahren mal ein englisches Ehepaar, die dieses
Event besuchten : „Wir sind begeistert und können überhaupt nicht verstehen, das der Mythos
„Night of the Proms“ sich auf einer kleinen Insel in Deutschland breit macht!“ Die Melodienfolge
des Abends ist bunt gefächert. Die Bandbreite reicht von Klassik, Oper, Pop-Musik, Jazz und
Musical. In der zweiten Hälfte des Abends erklingen die Traditionsstücke der englischen Proms-
Night, wie „Pomp and Circumsdance, Rule Britannia“ und natürlich die „Fantasie on British Sea
Songs“. Es wird um aktives Mitmachen gebeten, wie beim berühmten Vorbild dieser
Veranstaltung, der legendären „Night of the Proms“, die stets am zweiten Sonnabend im
September als Schlussveranstaltung der Promenadenkonzerte von London in der Royal Albert
Hall stattfindet. Dieses Konzert wird dann ebenfalls auf Videowänden auf Plätzen in zahlreichen
englischen, schottischen und nordirischen Städten live übertragen. Darüber hinaus hat jeder Platz
seine eigene Konzertbühne, wo ebenfalls Orchester aufspielen, wie beispielsweise im Londoner
Hyde-Park, wo ca. 40 000 Besucher das Konzerrt miterleben. NDR 3 überträgt schon seit über 30
Jahren dieses Ereignis live. Lassen sie sich bei freiem Eintritt diesen unvergesslichen
Konzertabend mit einer unvergleichbaren Stimmung nicht entgehen und werfen sie dabei den
Stressfaktor über Bord. Aus verständlichen Gründen fällt die Veranstaltung bei schlechtem Wetter
ersatzlos aus.

222 Jahre „Meine Insel Norderney“
5. White Night = Komplett weiße Kleidung ist Pflicht

Donnerstag, 22. August 2019
White Night

GüKa Die „White Night“ wird bereits zum 5. Mal veranstaltet und ist auf dem besten Weg,
Kultstatus zu erreichen. Bereits die erste Veranstaltung am 24. Juli 2015 war ein großer Erfolg.
Der Kurgarten verwandelt sich an diesem speziellen Abend in ein weißes, elegantes und gemütliches
Picknick-Areal. Der Besucher soll diesen unbeschwerten Abend mit Musik von Klassik bis Pop
geniessen. Das Besondere an einer „White Night“ ist, dass die Gäste weisse Kleidung tragen,
denn nur diese erhalten Einlass zum sommerlichen Konzert-Abend bei freiem Eintritt am heutigen
Donnerstag um 20 Uhr im Kurgarten hinter dem Conversationshaus. So bekommt die
Veranstaltung ein eigenes Erkennungszeichen und wird zu einer optisch wirkungsvollen Party. Die
Musiker des Warschauer Symphonie-Orchesters mit seinem Dirigenten Tadeusz Wicherek
werden den blütenweissen Sommerabend mit entspannter Musik begleiten. Der Ursprung einer
„White Night“ ist im Sommer 1988 in Paris zu finden, als ein gewisser Francois Pasquier seine
überfüllte private Gartenparty spontan in den nahegelegenen „Bois de Bologne“ verlegt haben
soll. Das „Diner en blanc“ ist auf Privat-Initiative gegründet worden, wo weiss gekleidete Freunde
und Bekannte über Netzwerke zu einem organisierten Massen-Picknick an prominenten
städtischen Orten aufriefen. Seitdem ist dieses Veranstaltungs-Phänomen weltweit zu finden.
In Deutschland gab es das erste „Diner en blanc“ 2008 in Hannover, seitdem zunehmend auch in
anderen deutschen Städten.
Tisch-Reservierungen sind in der Tourist-Information, Tel 04932-900, zu erhalten.
Aus verständlichen Gründen fällt die Veranstaltung bei schlechtem Wetter ersatzlos aus.

222 Jahre „Meine insel Norderney“
2. Kinder & Familienkonzert aus der Welt von Walt Disney

Sonnabend, 24. August 2019
WSO Strand

GüKa Das Warschauer Symphonie-Orchester hat bereits in vielen Jahren zuvor Kinder- und
Familienkonzerte angeboten. Ziel ist es, die Kinder schon im frühen Alter zum Konzertgeschehen
zu führen. Das Warschauer Symphonie-Orchester unter Leitung von Tadeusz Wicherek hat für die
Kinder, Jugendlichen und selbstverständlich auch für die Erwachsenen ein besonderes Programm
zusammengestellt. Ein Disney-Konzert, speziell zugeschnitten auf die jungen Klassik-Fans von
morgen. Melodien aus Film und Musical wie z.B. aus „Die Schöne und das Biest, König der
Löwen, Aladdin, Das Dschungelbuch, Die kleine Meerjungfrau, Frozen, Die Eiskönigin“ und vieles
mehr. Familien mit Kindern, Erwachsene und Konzertliebhaber sind bei freiem Eintritt herzlich
willkommen am heutigen Samstag um 15 Uhr auf dem Kurplatz.
Bei schlechtem Wetter fällt diese Veranstaltung ersatzlos aus !


3. Symphonie-Konzert / 222 Jahre „Meine Insel“

Norderney-Debütant Jun-Ho Gabriel Yeo mit glanzvollen Arpeggien
Mittwoch, 28.August 2019

Yeo, Jun-Ho Gabriel

GüKa Das 3. Symphonie-Konzert steht im Zeichen der Komponisten Edward Grieg und Joseph
Haydn. Das Warschauer Symphonie-Orchester spielt unter Leitung von Adam Banaszak am
heutigen Mittwoch, 28. August 2019 um 20 Uhr im „Großen Saal“ des Conversationshauses. Im
ersten Teil sind zwei Werke von Edward Grieg (1843-1907) zu hören. Einleitend spielt das
Orchester Grieg’s „Symphonischen Tanz Nr. 1, op. 64“. Sie „Symphonischen Tänze“ bestehen
eigentlich aus 4 Sätzen, die im wesentlichen aus nordischen Volksweisen bestehen, die der
Komponist in seine Werke hat einfliessen lässt. Dies kommt besonders in seinen Tänzen zum
Tragen. Grieg komponierte das Werk zunächst nur für Klavier zu vier Händen im Sommer und
Herbst 1896. Die Orchesterfassungen entstanden erst im Laufe der folgenden zwei Jahre. Die
Uraufführung fand im Februar 1899 in Kopenhagen unter Leitung von Griegs Landsmann und
Kollegen Johan Svendsen statt. Für dessen „Norwegische Rhapsodien“ haben Griegs
„Symphonische Tänze“ wohl auch als Vorbild gedient. Alle vier Sätze sind Tanzadaptionen im
symphonischen, sprich : orchestralen Klanggewand. Grieg zeigt in dem Werk seine überragende
Fähigkeit, volksmusikalisches Themenmaterial kunstvoll zu verarbeiten. Er schrieb 1905, zwei
Jahre vor seinem Tod:“ Die Volkstöne so zu verarbeiten, dass sie sogar zum Konzertgebrauch
verwendet werden können - auf diese Weise verschmilzt das Volkslied mit eigener Individualität
und wird nach dem durchlebten Prozess ein Teil des „Kunstwerks“. Im zweiten Teil wird das
beliebte „Konzert für Klavier und Orchester a-moll, op.16“ von Edward Grieg gespielt. Mit dem
Werk, das zu den Bedeutendsten des Komponisten zählt, möchte Jun-Ho Gabriel Yeo die
Norderneyer Konzertfreunde erobern. Wenn im ersten Satz noch deutlich Schumanns
Klavierkonzert zu spüren ist, wird diese Abhängigkeit in den weiteren Sätzen abgelegt. Die
Instrumentation ist in einem blendenden und vollgriffigen Klaviersatz gehalten. Wie Schumann
beginnt auch Grieg zunächst mit kraftvoller Folge abstürzender Akkorde, die sich nacheinander in
glanzvolle Arpeggien verwandeln. Nach dieser prunkvollen Einleitung bringt das Orchester das
rhythmisch sehr geprägte Hauptthema, das dann seine Schumannschen Wendungen verliert.
Auch im zweiten Thema ist Robert Schumann zu spüren, doch der Satz ist ein pianistischer
Höhepunkt in der Kadenz, da das Hauptthema auf dem Flügel überaus brilliant ausgebaut ist. Mit
dem ruhigen Adagio hat Grieg, dem die norwegische Volksmusik stets am Herzen lag, ein
Volksliedthema zur Seele gemacht, die von den Streichern vorgetragen wird und das Klavier den
Part des Seitengedankens mit zartem Filigranwerk übernimmt. Der originellste Satz ist das Finale.
Hier sind pianistische Fingerfertigkeiten gefordert, die das eigenartig gefärbte rhythmische und
elektrisierende Hauptthema in interessanten Variationen bringt. Hingegen ist das zweite Thema
eher lieblich, idyllisch und erst zum Schluß bekommt es einen machtvollen Klang, der im Glanz
des vollen Orchesters erscheint. Mit dem Pianisten Jun-Ho Gabriel Yeo, Jahrgang 1968, konnte
ein talentierter Stipendiat der „Deutschen Stiftung Musikleben“ und der „Cordes Stiftung“
verpflichtet werden. Darüber hinaus wurde er 2014 in das Förderprogramm der „Werner-Richard-
Dr.Carl Dorken Stiftung“ aufgenommen. Mit 4 Jahren begann er mit dem Klavierspiel. Seinen
ersten Unterricht erhielt er zunächst von Annette Strootmann (Münster), danach von 2008 bis zu
dessen Tod 2012 vom Klavierpädagogen Prof. Karl-Heinz Kämmerling an der „Hochschule für
Musik, Theater und Medien“ in Hannover. Nach diesen Studien kam er zu Vassilia Efstathiadou
und den Professoren Matti Rackallio und Jan Jiracek von Arnim in Hannover und Wien. In
zahlreichen Nachwuchs-Wettbewerben, wie u.a. „Jugend musiziert“, erzielte er Maximalpunkt-
zahlen und erreichte 2015 als einer der jüngsten Teilnehmer den begehrten GWKMusikpreis.
Kurz darauf erhielt er beim „VIII. Internationalen Musikpreis für die Jugend“ den zweiten Preis,
 denn der erste wurde nicht vergeben. Jun-Ho konzertierte bereits in der Essener Philharmonie,
im Stadttheater Braunschweig, der Düsseldorfer Tonhalle, der Laeizhalle Hamburg und der Kölner
Philharmonie. Darüber hinaus liegen zahlreiche Meisterkurse bei renommierten Klavier-
pädagogen in Deutschland und Österreich hinter ihm. In Italien und den Niederlanden wurde
 die Ausbildung des jungen Musikern fortgesetzt. Im letzten Teil des Abends erklingt die
„Symphonie Nr. 101 in D-moll“ von Joseph Haydn (1732-1809). Er komponierte das Werk 1794,
das nach dem Hoboken-Verzeichnis die Bezeichnung Nr.I:101 trägt. Es gehört zu den Londoner
Sinfonien, die der Komponist in zwei Etappen fertigstellte. Den zweiten bis vierten Satz in Wien
und den ersten in England. Das Werk war für seine zweite Englandreise gedacht. Die Uraufführung
fand am 3. März 1794 in London statt. Der „Morning Chronicle“ berichtet davon: „Nichts könnte
origineller sein als das Thema des ersten Satzes; und hat er einmal ein treffliches Thema
gefunden, kann niemand besser als Haydn unaufhörliche Mannigfaltigkeit daraus schöpfen, ohne
auch nur einmal davon abzulassen…“. Den Beinamen „Die Uhr“ bekam das Werk vom Wiener
Verleger Johann Traeg, der 1798 die Klavierfassung des Andante als „Rondo - Die Uhr“
herausbrachte. Haydn’s Londoner Sinfonien bergen die bedeutendsten sinfonischen Schöpfungen
des Meisters, denn er hat in ihnen die thematisch-motivische Arbeit noch verfeinert und den
Humor seelisch vertieft. Die Sinfonie „Die Uhr“ ist sehr wenig auf Norderney gespielt worden,
denn seit 2000 kam es nicht wieder zur Aufführung.

Eintrittskarten gegen Vorlage der NC-Card zum Preis von 22,20 €. an der Abendkasse
25,00 €. Ohne Vorlage der NC-Card kommem 4,—€ Augschlag hinzu.

Klassik & Meer 2018
Freitag, 30. August 2019

Abschlusskonzert 2019 des Warschauer Symphonie-Orchesters

GüKa Wie schrieb die verstorbene Autorin Sophia Visser u.a. in ihrem Buch ?
„Musik ist ein Gottes Geschenk -
Musik ist Freude, sie verbindet -
Musik schafft Freunde -
WSO 2019

In der Tat, Musik schafft Freunde und „Musik kennt keine Grenzen“. Mit dem heutigen Freitag um
20 Uhr im Kurtheater wird das Warschauer Symphonie-Orchester mit seinen Dirigenten Tadeusz
Wicherek und Adam Banaszak die 40. Konzertsaison auf der Insel beenden. 46 Konzerte spielte
das Orchester in der Zeit vom 27. Juli bis 30. August 2019. Konzerte mit großer musikalischer
Bandbreite, wobei die 40 Musiker für ihr Publikum ein facettenreiches Programm bereit hielten. Im
Kinderprogramm gab es sogar eine Deutschland-Premiere, denn die symphonische Dichtung „Der
gestiefelte Kater“ mit dem Erzähler Martin Pape war ein überaus großer Erfolg. Bei der Classic
Night OLB wurde dem Nordseeheilbad Norderney zum 222 Jahre Jubiläum ein musikalisches
Geschenk durch Herrn Wicherek gemacht, der mit seinem Marsch Nr. 1 die Herzen der
Konzertbesucher eroberte. Doch auch der Marilyn-Monroe und Frank-Sinatra-Abend begeisterte
das Publikum beim Eröffnungskonzert. Weitere Highlights waren das Operetten-Konzert und der
überaus gelungene Boogie-Woogie-Abend. Für die Klassikfans gab es drei Symphonie-Konzerte
mit hervorragenden Solisten. Besonders hervorzuheben sei das Gedenkkonzert von Clara &
Robert Schumann. Es war eine Hommage an Clara Schumann, die am 13. September 2019 ihren
200. Geburtstag feiern würde. Das Ehepaar Schumann weilte im Juli und August 1846 aus der
Insel, wo Frau Schumann am 18. August des Jahres aus Dankbarkeit für einen wundervollen
Aufenthalt im Conversationshaus u.a. vor dem hannoverschen Kronprinzen ein Konzert gab. Mit
dem einzigen orchestralen Klavierwerk der Pianistin begeisterten die Musiker das Publikum.
Besonders hervorzuheben ist die erste Geigerin Lidia Wilcynska, die das Orchester von der ersten
Stunde an seit 1980 begleitet, für sie ist Norderney ihr „Sommerhaus“. In den 40 Jahren konnten
zahlreiche Freundschaften zwischen Insulanern und Gästen geschlossen werden. In diesem Jahr
bekommt das Orchester wieder einen würdigen musikalischen Abschiedsabend mit zahlreichen
Höhepunkten aus Klassik, Oper und Pop. Am Schluss, wenn es heißt „Time to say Good Bye“
wird für das Warschauer Symphonie-Orchester die 40. Konzert-Saison zu Ende gehen. Damit hat
dieses Orchester für Norderney kulturelle Geschichte geschrieben.
Norderneyer und Gäste sagen „Auf Wiedersehen - Do widzenia!“